Clubförderung im Haushaltsentwurf verankert – Jetzt braucht es auch die Finanzierung

Die Live Initiative Sachsen, kurz LISA, begrüßt als Landesverband der Clubs und

Livemusikspielstätten außerordentlich, dass der Freistaat ein direktes Clubfördermodell im Entwurf des nächsten Doppelhaushalts 2027/2028 verankert hat. Damit greift die Staatsregierung eine zentrale Forderung der sächsischen Clubszene auf und erkennt den Handlungsbedarf zur Stärkung der Livemusik an. Allerdings ist der Titel bislang mit 0 Euro hinterlegt.

„Dass ein Modell wie der Clubgagenfonds Eingang in die Haushaltsplanung gefunden hat, ist ein wichtiges Signal. Jetzt muss diesem Signal aber auch eine finanzielle Untersetzung folgen. Ein Fonds ohne Mittel kann die dringend benötigte Unterstützung für Clubs, Veranstalter:innen und Künstler:innen nicht leisten.“

Felix Buchta, Vorstand des Live Initiative Sachsen e.V. (LISA)

Der Vorschlag eines sächsischen Clubgagenfonds orientiert sich an erfolgreichen Modellen aus Mecklenburg-Vorpommern sowie internationalen Vorbildern wie dem Music Venue Trust in Großbritannien. Ziel ist es, Clubs bei der Finanzierung von Liveprogrammen zu unterstützen, wirtschaftliche Risiken abzufedern und gleichzeitig faire Gagen für Künstler:innen zu ermöglichen. Gerade kleinere und mittlere Spielstätten leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur kulturellen Vielfalt und bilden die Grundlage für den musikalischen Nachwuchs.

Die Aufnahme des Clubgagenfonds in den Haushaltsentwurf ist auch ein Ergebnis des intensiven Austauschs zwischen Vertreter:innen der Clubszene und der Landespolitik, zuletzt beim Forum Clubkultur Sachsen, das in Zusammenarbeit mit dem BPM Sachsen am 18. Juni 2026 in Pirna stattfand. LISA bedankt sich ausdrücklich bei allen teilnehmenden Abgeordneten für die konstruktiven Gespräche und die Bereitschaft, die Anliegen der Clubkultur parteiübergreifend aufzunehmen. Mit Blick auf die laufendenen parlamentarischen Haushaltsberatungen appelliert LISA an die Fraktionen des Sächsischen Landtags, den vorgesehenen Haushaltstitel mit ausreichenden Mitteln auszustatten.

Angesichts steigender Produktionskosten, wachsender wirtschaftlicher Herausforderungen und der besonderen Bedeutung von Clubs als Kulturorte und Entwicklungsräume für neue Musik ist jetzt der richtige Zeitpunkt, ein wirksames Förderinstrument auf den Weg zu bringen.

Die Gespräche mit den wirtschafts-, sozial-, regionalentwicklungs- und kulturpolitischen Sprecher:innen sollen in den kommenden Wochen fortgesetzt werden. Ziel ist es, gemeinsam und fraktionsübergreifend konkrete Schritte zur nachhaltigen Stärkung der Clubkultur in Sachsen zu entwickeln – sowohl im Rahmen der laufenden Haushaltsberatungen als auch mit Blick auf langfristige kulturpolitische Perspektiven. So bietet auch die anstehende Novellierung des Sächsischen Kulturraumgesetzes eine historische Chance, die Clubkultur dauerhaft als Bestandteil der kulturellen Infrastruktur des Freistaats zu verankern. Damit würde der besonderen Rolle von Clubs als Kulturorte, Orte gesellschaftlicher Begegnung und Impulsgeber für die Musik- und Kreativwirtschaft dauerhaft Rechnung getragen. Mit Sachsen-Anhalt existiert seit Mai 2026 hierfür bereits ein Vorbild, das die Clubkultur ausdrücklich im aktuellen Kulturfördergesetz berücksichtigt.

Für eine langfristige Perspektive braucht es den Schulterschluss zwischen LISA als Vertretung der sächsischen Clubs und Livemusikspielstätten und Politik und Verwaltung im Freistaat. Dafür ist eine hauptamtliche Trägerstruktur unerlässlich, damit die Arbeit und Dialoge auf einem sinnvollen und nachhaltigen Niveau erhalten bleiben und kontinuierlich fortgeführt werden können.

Dresden, 07.09.2026

Vorstand der Live Initiative Sachsen e.V. (LISA)

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STELLUNGNAHME zur Anhörung im Sächsischen Landtag „Clubkultur in Sachsen vor dem Aus schützen”